In meiner Plenarrede zum Antrag der SPD-Fraktion „Bessere Versorgung und schnellere Diagnose: Wie Lipödem-Betroffenen in NRW geholfen werden kann“ habe ich betont, dass für die Betroffenen bereits ein wichtiger Fortschritt erreicht wurde. Ich stehe hinter der Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses, die Liposuktion bei Lipödem-Erkrankung seit Anfang diesen Jahres zur Kassenleistung zu machen. Davon profitieren rund vier Millionen Betroffene in Deutschland, überwiegend Frauen. Damit hängt der Zugang zu dieser wirksamen Therapie endlich nicht mehr von der finanziellen Situation der Lipödem- Betroffenen ab, sondern von der medizinischen Notwendigkeit.
Eine gute Versorgung beginnt jedoch nicht erst im Operationssaal. Zu lang ist oftmals die Zeit bis zur richtigen ärztlichen Diagnose. Wichtig ist daher mehr Wissen über das Krankheitsbild, sichere Differenzialdiagnosen und ein sensibler Umgang mit den Patientinnen. Positiv ist, dass Frauengesundheit und geschlechtersensible Medizin inzwischen stärker in den Fokus von Forschung und Gesundheitspolitik rücken.
Der Antrag der SPD greift Punkte auf, die bereits überholt sind oder in die Zuständigkeit bundesweiter Vorgaben und somit in die Selbstverwaltung der Heilberufskammern fallen. Entscheidend ist jetzt, bestehende Strukturen zu stärken, spezialisierte Versorgungsnetzwerke auszubauen, Qualitätsstandards zu sichern und die Zusammenarbeit der Berufsgruppen zu verbessern. Die Kostenübernahme für die Liposuktion ist ein großer Schritt. Jetzt müssen wir darauf aufbauen, um Betroffenen verlässliche und qualitätsgesicherte Versorgungsstrukturen zu bieten.

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