Eine Woche lang hat die Landtagsabgeordnete Anke Fuchs-Dreisbach (CDU) an einer Informationsveranstaltung für zivile Führungskräfte im Heer (InfoDVagH) an der Infanterieschule in Hammelburg teilgenommen. „Für mich war die Woche vor allem eines: Ein besonderer Perspektivwechsel. Statt nur über Bundeswehr, Landesverteidigung und Einsatzbereitschaft zu sprechen, konnte ich selbst erfahren, welche Anforderungen der militärische Dienst mit sich bringt“, schilderte die Abgeordnete ihre Motivation.
Die Ausbildung war vielschichtig. Formaldienst mit Schulung militärischer Verhaltensweisen, Umgang mit dem G36 sowie verschiedene praktische Ausbildungselemente, wie sie bei der Infanterieausbildung standardmäßig geschult werden, hinterließen nachhaltige Eindrücke. Tiefgreifender als die körperlichen Anstrengungen waren für Fuchs-Dreisbach jedoch die Erfahrungen aus den realitätsnahen Szenarien mit Verwundeten.
„Die körperliche Belastung war nicht ohne. Aber blaue Flecken verschwinden wieder. Viel stärker ist das, was man mental und emotional aus dieser Woche mitnimmt“, sagt Fuchs-Dreisbach. „Wenn man in realitätsnahe Situationen gebracht wird, die einem einen Eindruck davon vermitteln, was ein Gefecht und ein tatsächlicher Einsatz bedeuten können, dann lässt das einen nicht einfach wieder los.“
Der Einblick in die Abläufe der Bundeswehr hat deutlich gemacht, welche Verantwortung Soldatinnen und Soldaten übernehmen und dass die Gesellschaft für den Einsatz der Truppe sehr dankbar sein muss. „Wir dürfen nicht vergessen, dass hinter Begriffen wie Einsatzbereitschaft, Landes- und Bündnisverteidigung Menschen und Familien stehen. Menschen, die bereit sind, im Ernstfall ihr eigenes Leben und ihre Gesundheit für unser Land einzusetzen.“
Für Fuchs-Dreisbach steht nicht die eigene Teilnahme an der Ausbildung im Vordergrund. Vielmehr möchte sie die Erfahrungen nutzen, um die Arbeit und die Belastungen der Soldatinnen und Soldaten öffentlich sichtbarer zu machen. „Diese Woche hat meinen Respekt vor unseren Soldatinnen und Soldaten noch einmal deutlich wachsen lassen. Wir müssen ihnen zeigen, dass wir ihre Leistung sehen und wertschätzen. Nicht nur während eines Einsatzes, sondern auch im Alltag.“
Damit verbunden ist auch eine politische Verantwortung, die über die Bundesebene hinausreicht. „Die Zeitenwende darf nicht in Berlin enden. Nordrhein-Westfalen ist eines der wichtigsten Bundesländer für die Bundeswehr mit tragender Verantwortung für unsere Standorte, für unsere Veteraninnen und Veteranen sowie für die Familien unserer Soldatinnen und Soldaten.“
Auch die Landespolitik und die Zivilgesellschaft müssten ihren Beitrag leisten, damit Soldatinnen und Soldaten sowie ihre Familien auf Unterstützung und gesellschaftlichen Rückhalt zählen können. Dazu gehören unter anderem die Unterstützung der Bundeswehrstandorte in Nordrhein-Westfalen, die Einrichtung von Musterungszentren, sowie erhebliche Investitionen in die militärische Infrastruktur des Landes.
„Wer die Verteidigungsfähigkeit ernst nimmt, muss sich um den Aufbau von Strukturen kümmern. Genau das tut die NRW-Landesregierung“, betont Fuchs-Dreisbach. „In die Bundeswehrliegenschaften im Land wird erheblich investiert. Das militärische Bauvolumen soll bis 2029 auf fast 560 Millionen Euro anwachsen. Zudem soll die gesamte Musterungsorganisation bis zum Sommer des nächsten Jahres aufgebaut sein. In NRW entstehen in den Städten Bonn, Bielefeld und Dortmund drei Musterungszentren. Diese Investitionen sind wichtig. Genauso wichtig ist aber, dass wir die Menschen dahinter nicht aus dem Blick verlieren.“
Das gelte ausdrücklich auch für die Zeit nach dem aktiven Dienst. „Wer aus einem Einsatz zurückkommt, darf mit seinen Erfahrungen und möglichen Belastungen nicht allein gelassen werden. Deshalb bietet die Bundeswehr auch intensiv psychologische Betreuung an. Denn jede Veteranin und jeder Veteran haben sich Anerkennung und Unterstützung verdient.“
Für Fuchs-Dreisbach stellt sich damit auch die grundsätzliche Frage, wie Bundeswehr und Zivilgesellschaft wieder näher zusammengebracht werden können. „Wir brauchen eine Gesellschaft, die ihre Bundeswehr kennt und unterstützt. Die Woche in Hammelburg hat noch einmal verdeutlicht, wie wichtig persönliche Begegnungen und unmittelbare Einblicke sind. Verständnis entsteht nicht allein durch öffentliche Debatten, sondern auch durch gemeinsame Gespräche.“
Fuchs-Dreisbach bedankt sich ausdrücklich bei den Kameradinnen und Kameraden sowie den Ausbildern, die sie während der Woche begleitet haben. „Ich bin dankbar für die Offenheit, mit der mir die Soldatinnen und Soldaten begegnet sind. Mein besonderer Dank gilt den Ausbildern, die uns mit großem Engagement durch diese Woche geführt haben. Ebenso danke ich der Bundeswehr dafür, dass sie diese besondere Erfahrung ermöglicht und einen so unmittelbaren Einblick in ihre Arbeit gegeben hat.“
„Nach einer Woche Infanterieschule bin ich überzeugt, dass eine starke Bundeswehr nicht nur gute Ausstattung und verlässliche politische Rahmenbedingungen braucht. Sie braucht auch eine Gesellschaft, die hinter ihren Soldatinnen und Soldaten steht“, so Fuchs-Dreisbach abschließend.

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