Einblicke in den Pflegealltag aus erster Hand erhielt die Landtagsabgeordnete Anke
Fuchs-Dreisbach bei einem Tagespraktikum beim ambulanten Pflegedienst Engedi im
Bad Laaspher Ortsteil Feudingen.
Der ambulante Pflegedienst Engedi wurde vor 30 Jahren von Christa und Wolfgang
Hackenberg gegründet. Er wird in 2. Generation von Martin, Simone und Tobias Otto
geführt und hat sich in dieser Zeit außerordentlich positiv entwickelt. Tobias Otto ist
selbst Pflegedienstleiter und steht mit den 38 Mitarbeitenden für über 430 Patientinnen
und Patienten an 365 Tagen im Jahr bereit. „Das ist eine enorme Leistung“, so FuchsDreisbach. Pflege erfordere viel Kraft und Einsatz, gebe den Pflegekräften aber auch
sehr viel Wertschätzung zurück. „Dankbare und zufriedene Patientinnen und Patienten
sind ein entscheidendes Kriterium, das diesen Beruf so besonders macht.“
„Ich halte es für wichtig, nicht nur über die Pflegesituation zu sprechen, sondern auch
die praktische Arbeit der Pflegekräfte zu kennen“, erklärte Fuchs-Dreisbach im
Anschluss an ihren Praxistag. Während des Praktikums begleitete sie den
Arbeitsalltag in der ambulanten Pflege und lernte die unterschiedlichen Pflegebedarfe
der Patientinnen und Patienten kennen. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die
Anforderungen in der ambulanten Pflege sind und wie oft Pflegekräfte individuelle
Lösungen finden müssen, um den Menschen bestmöglich zu helfen und zugleich ihre
eigene Gesundheit zu schützen.
„Nur wenn man auf die eigene körperliche Gesundheit achtet und eine seelische
Ausgeglichenheit behält, lässt sich dieser Beruf über viele Jahrzehnte hinweg mit
Freude ausüben“, betonte die Abgeordnete.
Eine wichtige Rolle spielt auch die Beratung pflegender Angehöriger. Martin Otto
informiert gemeinsam mit seinem Beraterteam Angehörige und Betroffene im Rahmen
der Pflegeberatungsbesuche nach § 37.3 SGB XI über die vielfältigen Möglichkeiten
der Pflege, der Unterstützung im Alltag sowie über passende Hilfsmittel und
pflegegerechte Wohnraumgestaltung.
Wichtig für die Aufrechterhaltung der ambulanten Versorgung, vor allem in ländlichen
Regionen, sei neben dem Zugang zu Mitarbeitenden aber auch die auskömmliche
Finanzierung der Dienste. Martin Otto, Simone Otto und Tobias Otto arbeiten seit 3
Jahrzehnten aktiv und mit Herzblut in Vollzeit in ihrem eigenen Pflegedienst. Sie tragen
das unternehmerische Risiko und müssen trotzdem immer wieder finanzielle Abstriche
in den Vergütungsvereinbarungen mit den Trägern der Pflegeversicherung
hinnehmen. So habe erst kürzlich die Bundesknappschaft „mehr Produktivität“ vom
Pflegedienst Engedi verlangt, obwohl dieser bereits an den Kapazitätsgrenzen
arbeitet. Kann man ernsthaft von schwerstkranken Menschen, teilweise über 90 Jahre
alt, erwarten, sich schneller = produktiver versorgen zu lassen? „Dies entspricht nicht
unserem Berufsethos“, so die Familie Otto, die Wert auf Qualität legt, wie unlängst
durch die 1,0-Bewertung durch den medizinischen Dienst belegt wurde. Das Anliegen
des Pflegedienstes Engedi wurde bereits von der Landtagsabgeordneten Anke FuchsDreisbach gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Benedikt Büdenbender an
die zuständige Stelle im Bundesamt für Soziale Sicherung weitergeleitet, um eine
Verbesserung der Situation zu erreichen.
Anke Fuchs-Dreisbach zeigte sich nach ihrem Praktikum tief beeindruckt: „Der Tag
war für mich sehr bereichernd und hat mir noch einmal verdeutlicht, wie wertvoll die
Arbeit in der ambulanten Pflege ist.“ Für ihre politische Arbeit möchte sie dies
mitnehmen. Ihr besonderer Dank gilt Anja Messerschmidt, die ihr das Tagespraktikum
und damit einen authentischen Einblick in die Arbeit des Pflegedienstes ermöglicht hat

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